Aus Fehlern lernen

2026: Zeit für den IT-Sicherheits-Check

Nach den Feiertagen kehrt die IT-Leiterin eines mittelständischen Produktionsunternehmens zurück ins Büro. Der Kaffee dampft, die Kollegen tauschen Neujahrsgrüße aus. Routiniert wirft sie einen Blick ins Monitoring-System. Alles ruhig. Doch dann die erste E-Mail des Jahres: „Dringende Zahlungsfreigabe erforderlich – Lieferant droht mit Produktionsstopp.“ Die Signatur stimmt, der Absender ist der Geschäftsführer, die Dringlichkeit passt zur Situation nach den Feiertagen. Ein Klick auf „Freigeben“ – und das neue Jahr beginnt mit einem erfolgreichen Cyberangriff.

Marc Oliver Thoma

08.01.2026 · 5 Min Lesezeit

Was nach den Feiertagen wie ein normaler Arbeitsbeginn aussieht, ist für Cyberkriminelle die ideale Angriffszeit. Während IT-Teams reduziert besetzt sind, Mitarbeiter aus dem Urlaubsmodus zurückkehren und die Aufmerksamkeit noch nicht voll da ist, laufen Angriffe auf Hochtouren. Die Bedrohungslandschaft hat sich 2024 und 2025 fundamental verändert – und wer jetzt nicht handelt, startet mit einem gefährlichen Rückstand ins neue Jahr.

Der Mythos: „Wir sind gut aufgestellt“

Viele Unternehmen wiegen sich in trügerischer Sicherheit. Die Firewall ist aktuell, Antivirensoftware läuft, Mitarbeiter wurden geschult und Backups existieren. Das sollte doch reichen – oder? Die Realität sieht aber anders aus: Deutschland belegt mittlerweile Platz 4 weltweit bei Cyberangriffen. Die Schadenssumme für die deutsche Wirtschaft erreichte 2024 einen neuen Rekord: 267 Milliarden Euro – ein Anstieg von 29 Prozent gegenüber dem Vorjahr.