Das BSI begründet den Schritt mit der zunehmenden Bedrohung durch Quantencomputer und der Verfügbarkeit standardisierter quantensicherer Verfahren. Die Migration betrifft zunächst vor allem Schlüsseleinigungsverfahren zur Aushandlung sicherer Verbindungen. Für digitale Signaturen gilt ein längerer Zeitrahmen bis 2036. Dabei empfiehlt das Amt ausdrücklich hybride Lösungen, die klassische mit quantensicheren Verfahren kombinieren – nicht den alleinigen Einsatz von PQC.
BSI-Präsidentin Claudia Plattner bezeichnet die Migration als „alternativlos“ und spricht von neuen Maßstäben. Die Richtlinie hat zwar zunächst Empfehlungscharakter, entfaltet aber durch Verweise in anderen Vorschriften quasi-normative Wirkung, etwa für Verschlusssachen oder Anwendungen im Gesundheitswesen. Die Aktualisierung erstreckt sich auf alle vier Teile der TR-02102 und führt unter anderem zur Abkündigung von TLS 1.2. Das BSI stellt begleitende Leitfäden zur Unterstützung der Umstellung bereit.