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BSI kündigt Ende klassischer Verschlüsselungsverfahren an

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat seine technische Richtlinie TR-02102 aktualisiert und läutet damit das Ende traditioneller Verschlüsselungsmethoden ein. Ab 2032 sollen klassische asymmetrische Verfahren wie RSA und ECC nur noch in Kombination mit Post-Quanten-Kryptographie (PQC) eingesetzt werden. Für Anwendungen mit sehr hohem Schutzbedarf gilt die Frist bereits bis Ende 2030.

Marc Oliver Thoma

05.03.2026 · 1 Min Lesezeit

Das BSI begründet den Schritt mit der zunehmenden Bedrohung durch Quantencomputer und der Verfügbarkeit standardisierter quantensicherer Verfahren. Die Migration betrifft zunächst vor allem Schlüsseleinigungsverfahren zur Aushandlung sicherer Verbindungen. Für digitale Signaturen gilt ein längerer Zeitrahmen bis 2036. Dabei empfiehlt das Amt ausdrücklich hybride Lösungen, die klassische mit quantensicheren Verfahren kombinieren – nicht den alleinigen Einsatz von PQC.

BSI-Präsidentin Claudia Plattner bezeichnet die Migration als „alternativlos“ und spricht von neuen Maßstäben. Die Richtlinie hat zwar zunächst Empfehlungscharakter, entfaltet aber durch Verweise in anderen Vorschriften quasi-normative Wirkung, etwa für Verschlusssachen oder Anwendungen im Gesundheitswesen. Die Aktualisierung erstreckt sich auf alle vier Teile der TR-02102 und führt unter anderem zur Abkündigung von TLS 1.2. Das BSI stellt begleitende Leitfäden zur Unterstützung der Umstellung bereit.