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BSI startet zentrales Sicherheitsportal für kritische Infrastrukturen

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat sein neues Portal zur Umsetzung der EU-Richtlinie NIS2 freigeschaltet. Die Plattform soll als zentrale Anlaufstelle für rund 30.000 betroffene Unternehmen, Behörden und Institutionen dienen, die als kritische Infrastruktur gelten. BSI-Präsidentin Claudia Plattner zeigt sich zufrieden über die zügige Umsetzung: „Von uns aus kann es losgehen.“

Marc Oliver Thoma

05.02.2026 · 1 Min Lesezeit

Über das Portal müssen sich Verpflichtete registrieren und finden dort alle relevanten Informationen zu ihren Cybersicherheitspflichten. Künftig soll auch der Austausch von Echtzeitdaten möglich sein, um schneller auf Sicherheitsvorfälle reagieren zu können. Für Diskussionen dürfte die technische Basis sorgen: Das BSI setzt dabei auf die Cloud-Infrastruktur von Amazon Web Services.

Plattner dämpft jedoch überzogene Erwartungen an die Behörde: „Werden wir die ganze Republik retten können? Nein, das nicht.“ Die Unternehmen müssten selbst aktiv werden und ihre IT-Sicherheit in die Hand nehmen. Den größten Hebel für mehr Cybersicherheit sieht die BSI-Präsidentin nicht in den möglichen Bußgeldern von bis zu 10 Millionen Euro, sondern in der persönlichen Haftung von Geschäftsführern und Vorständen. Versicherungen würden künftig Nachweise über grundlegende Sicherheitsmaßnahmen verlangen. Plattner hofft zudem auf einen Wachstumsschub für die deutsche IT-Sicherheitsbranche.