Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) schlägt Alarm: Die IT-Sicherheit öffentlicher Ladenetze für Elektroautos weist erhebliche Schwachstellen auf, die im schlimmsten Fall die Stabilität des Stromnetzes gefährden könnten. In einem 65-seitigen Bericht zeigen die Fachleute auf, dass beim Laden von E-Fahrzeugen neben Strom auch Daten fließen – und diese Verbindungen angreifbar sind. Zu den identifizierten Schwachstellen zählt unter anderem das weit verbreitete Open Charge Point Protocol, das bei Authentifizierung und Session Handling als anfällig gilt. Sicherheitsmechanismen wie Transportverschlüsselung oder moderne kryptografische Verfahren seien nur eingeschränkt implementiert. Das BSI fordert daher einen „grundlegenden Paradigmenwechsel hin zu verpflichtendem Security-by-Design“. Besonders besorgniserregend: Mit der Einführung des bidirektionalen Ladens, bei dem Fahrzeugakkus auch Strom ins Netz zurückspeisen können, wächst das Risiko erheblich. Koordinierte Angriffe auf mehrere Ladepunkte könnten demnach das Stromnetz destabilisieren – allein die rund 200.000 deutschen Ladesäulen bündeln bereits 8,5 Gigawatt steuerbarer Leistung. Während der Energieverband BDEW keinen Grund für Alarmismus sieht und auf fehlende Meldungen schwerwiegender Sicherheitsvorfälle verweist, bleibt das Bundesverkehrsministerium bislang untätig.
News
IT-Sicherheit im Ladenetz: BSI warnt vor wachsenden Risiken für die Netzstabilität
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) schlägt Alarm: Die IT-Sicherheit öffentlicher Ladenetze für Elektroautos weist erhebliche Schwachstellen auf, die im schlimmsten Fall die Stabilität des Stromnetzes gefährden könnten. […]