Mittwochmorgen, 7. Januar 2026, kurz nach acht Uhr. Ein Partner der Hamburger Patentanwaltskanzlei Harte-Bavendamm öffnet sein E-Mail-Postfach – und findet keine Mandantenanfrage, sondern eine Lösegeldforderung. Über Nacht hat sich die Ransomware-Gruppe Qilin Zugriff auf die Systeme der Kanzlei verschafft, vertrauliche Mandantendaten kopiert und anschließend die Server verschlüsselt. Patentanmeldungen, Geschäftsgeheimnisse, Strategiepapiere von Mandanten – plötzlich in den Händen von Kriminellen, die nach Erkenntnissen von Sicherheitsbehörden aus Russland heraus operieren.
Die Kanzlei steht nun vor der klassischen Erpressungssituation: zahlen oder riskieren, dass die gestohlenen Daten im Darknet veröffentlicht werden. Ein Einzelfall ist das nicht. Es ist, wie der aktuelle Lagebericht zeigt, der Alltag in deutschen Unternehmen – nur dass die meisten Fälle nie in der Presse landen.