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Russische Hacker stehlen Microsoft-365-Zugangsdaten über Hotel-WLAN

IT-Sicherheitsforscher der Firma ReliaQuest haben kompromittierte WLAN-Router und Zugangspunkte in Hotels, Konferenzzentren und anderen geteilten Umgebungen entdeckt. Dahinter steckt offenbar die russische Cybergang APT28, auch bekannt als „Fancy Bear“ oder […]

Marc Oliver Thoma

03.09.2026 · 2 Min Lesezeit

IT-Sicherheitsforscher der Firma ReliaQuest haben kompromittierte WLAN-Router und Zugangspunkte in Hotels, Konferenzzentren und anderen geteilten Umgebungen entdeckt. Dahinter steckt offenbar die russische Cybergang APT28, auch bekannt als „Fancy Bear“ oder „Forest Blizzard“, die bereits früher mit ähnlichen Angriffen in Verbindung gebracht wurde. Die Kampagne soll seit Juni dieses Jahres laufen.

Die Angreifer setzen auf sogenanntes DNS Poisoning, um regulären Web-Traffic umzuleiten und über gefälschte Microsoft-365-Anmeldeseiten Zugangsdaten abzugreifen. Die Router wurden dabei mit mittlerer Wahrscheinlichkeit über zugängliche Verwaltungsoberflächen wie SSH, SNMP oder Web-Management-Interfaces attackiert. Kompromittierte Geräte fanden die Forscher in mehreren US-Städten sowie in Indien und Saudi-Arabien. Betroffen sind zahlreiche Sektoren, darunter Finanzdienstleistungen, Gesundheitswesen, der juristische Bereich sowie der Energiesektor – die Angriffe richten sich offenbar gezielt gegen reisende Firmenangestellte.

Besonders bemerkenswert: Die Angreifer kapern MS365-Konten, ohne die Geräte der Opfer zu berühren oder Phishing-Mails zu versenden. Als wirksame Schutzmaßnahme empfehlen die Forscher den dauerhaften Einsatz eines VPN, der sämtlichen Traffic inklusive DNS über das Unternehmensnetzwerk leitet. Die Entwicklung reiht sich in eine Serie russischer Cyberangriffe ein – erst vergangene Woche wurde bekannt, dass russische Akteure westliche Regierungen über eine Zero-Click-Schwachstelle in der Software Zimbra attackieren.

BSI unterstützt Arztpraxen mit neuen IT-Sicherheitsmaterialien

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat ein Paket an Hilfsmitteln veröffentlicht, das Arztpraxen unterstützen soll, die Vorgaben der neuen IT-Sicherheitsrichtlinie im Alltag umzusetzen. Das Angebot umfasst einen Selbsttest, einen Kurzleitfaden sowie eine IT-Notfallkarte für den Ernstfall. Besonders im Fokus stehen kleinere Praxen ohne eigene IT-Abteilung.

Das BSI warnt ausdrücklich davor, die Gefahr durch Cyberangriffe zu unterschätzen. „Der Satz ‚Unsere Praxis ist zu klein, um Ziel von Hackern zu werden‘ ist leider ein gefährlicher Irrtum“, betont Pascal Jeschke aus dem BSI-Referat für Gesundheits- und Finanzwesen. Gerade Haus- und allgemeinärztliche Praxen arbeiteten mit hochsensiblen Gesundheitsdaten und seien deshalb attraktive Ziele für Angreifer. Ransomware-Angriffe, unbefugte Zugriffe und Datenverluste könnten den Betrieb erheblich stören oder vollständig zum Stillstand bringen.

Die gemeinsam mit der Kassenärztlichen Bundesvereinigung und der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung überarbeitete IT-Sicherheitsrichtlinie schreibt unter anderem regelmäßige Schulungen, ein geregeltes Patch-Management, Datensicherungen sowie den Schutz von Endgeräten und Netzwerken vor. Die neuen Materialien greifen konkrete Alltagssituationen auf – etwa den Umgang mit Phishing-Mails oder das Onboarding neuer Mitarbeitender – und verweisen zudem auf den verschlüsselten Kommunikationsdienst KIM für den sicheren Austausch von Patientendaten.