Fokusartikel

Segmentieren statt verlieren – wie Sie Angreifern den Weg abschneiden

Netzwerke sind heute alles – aber selten einfach. Moderne IT-Infrastrukturen bestehen aus einem Mix aus On-Premises-Umgebungen, Cloud-Diensten, Homeoffice-Arbeitsplätzen und mobilen Endgeräten. Für IT-Sicherheitsbeauftragte bedeutet das: Die klassische Netzwerksicherheit mit „harte Schale außen, weicher Kern innen“ hat endgültig ausgedient. Wer Angreifern heute noch das ganze Unternehmensnetzwerk serviert, sobald sie einmal drin sind, riskiert den Super-GAU.

Andreas Hessel

12.06.2025 · 8 Min Lesezeit

Die Lösung: Netzwerksegmentierung – ein alter Bekannter, neu gedacht

Mit Segmentierung teilen Sie Ihr Unternehmensnetzwerk in kleinere, abgeschlossene Einheiten auf. Jedes dieser Segmente funktioniert wie ein eigenes kleines Netzwerk – mit eigenen Regeln, eigenen Schutzmechanismen und einer klaren Grenze zum nächsten Bereich. Ziel ist es, nicht nur den Datenverkehr besser zu kontrollieren, sondern auch die Bewegungsfreiheit von Bedrohungen massiv einzuschränken. Denn: Wer alles miteinander verbindet, verbindet auch die Risiken.

Warum Vertrauen keine Strategie mehr ist – das sollten Sie wissen

In der Vergangenheit war Netzwerksicherheit perimeterzentriert. Alles, was sich innerhalb des Netzwerkes befand, galt automatisch als vertrauenswürdig. Die Firewall an der Außengrenze sollte genügen, um Gefahren fernzuhalten. Das Problem: Sobald ein Angreifer oder Schadcode diese äußere Grenze überwunden hatte – zum Beispiel über Phishing, ein infiziertes Gerät im Homeoffice oder einen VPN-Zugang –, stand ihm das gesamte Netzwerk offen. Diese Denkweise hat sich überholt.